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Parentifizierung - Wenn Kinder zu früh erwachsen werden müssen

  • 4. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

"Sie ist immer die Vernünftige" oder "er ist immer der Vernünftige"

"Auf dich konnte man sich immer verlassen"

"Du warst immer da"

"Ohne dich hätte das alles nicht funktioniert"


Diese oder ähnliche Aussagen

hört man häufig über Menschen, die schon als Kinder oder Jugendliche in der Familie Verantwortung übernehmen mussten. Was nach einem Kompliment klingt, verbirgt oft eine Geschichte von Überforderung, Verzicht und einem frühen Verlust der eigenen Kindheit und Jugend.

Wie kann so etwas passieren?

Parentifizierung beschreibt einen dauerhaften Rollentausch zwischen Eltern und Kindern. Das Kind /der Jugendliche übernimmt Aufgaben und Verantwortung die eigentlich die Erwachsenen tragen sollten.

Solche Rollenverteilung kommen häufig vor, wenn Elternteile krank sind-psychisch oder physisch. Mütter/Väter die aufgrund einer Depression /Alkohol/Überforderung u.a. nicht in der Lage sind sich um die Kinder, den Haushalt und die Schule zu kümmern. Oft springt dann das älteste Kind ein und übernimmt die notwendigen Aufgaben, weil es notwendig ist.

Dieses Kind wird dann zum " Erwachsenen" in der Familie.

-Es übernimmt die Versorgung jüngerer Geschwister- manchmal auch der Eltern

-Haushalt und Kochen

-einkaufen

-Organisation des Familienalltags

-Übernahme praktischer Verantwortung

u.v.m.


emotional wird das Kind zum

-Tröster der Mutter/des Vaters

-Vermittler bei Konflikten

-zum "Seelsorger" für Eltern und Geschwister

Ansprechpartner für Lehrer, Ärzte u.a.

...

Dieses Kind handelt aus Liebe, Loyalität und tiefstem Verantwortungsgefühl.


Dadurch stellt dieses Kind ständig seine eigenen Bedürfnisse zurück, denn es hat nicht die Möglichkeit sich mit den eigenen Interessen

wie z. Bsp. Schule, Sport, Freundschaften u.a. zu beschäftigen, da immer die Bedürfnisse anderer zuerst erfüllt werden.

Das hat Folgen, denn wenn ein Kind über einen langen Zeitraum - oft viele Jahre- lernt:

"Ohne mich funktioniert es nicht"

dann entwickelt sich daraus oft ein tiefes Lebensschema. Dieses Schema ist nicht einfach eine Gewohnheit, sondern eine Überzeugung, die sich in der Persönlichkeit verankern kann.

Deshalb fällt es später häufig schwer

-sich zu entspannen

-Hilfe anzunehmen

-Verantwortung abzugeben

-sich selber wichtig zu nehmen


Wenn eine solche Lebensleistung nie ausdrücklich gesehen oder gewürdigt wird, bleibt häufig das Gefühl zurück:

"Ich habe mein Bestes gegeben - und trotzdem war es nie genug"- "Ich bin nicht gut genug"

Diese verantwortungsvollen und früh überforderten Menschen leiden häufig ihr Leben lang darunter

-sich nie entspannen zu können,

-Hilfe anzunehmen,

-Verantwortung abzugeben und

-sich selber wichtig zu nehmen.


Erkennst du dich wieder und möchtest du dieses Schema durchbrechen?

Möchtest du deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse verstehen und erkennen?

Vielleicht ist es dann Zeit darüber ineinem professionellem Rahmen zu reden.

Du bist nicht allein!

Ich bin für dich da online oder in meiner Praxis.







 
 
 

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